Saatgut & Raritäten

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Von Artischocke bis Zwiebel

Angefangen hat mein Interesse für die Saatgutvermehrung im Jahr 2001: nach 7 Jahre Nordhessen sind meine Familie und ich wieder in den Süden, nach Emmendingen gezogen. Dort habe ich auf unseren zwei Balkonen begonnen, verschiedene Chilli anzubauen. Das Saatgut bekam ich von Gärtnerkollegen oder brachte es von meinen Reisen als Anbauberater mit. Die Vielfalt an Formen, Farben, Geschmack und Verwendungsmöglichkeiten sowie die unterschiedlichen Herkünfte aus der ganzen Welt hat mich von Beginn an fasziniert. Der Bio-Gartenbau und -handel, in dem ich bis dahin arbeitete, kannte fast nur Einheitssorten und einen geringen Umfang an verschiedenen Arten. Ich wollte mehr entdecken.

betriebsportrait

Im nächsten Jahr musste es gleich ein ganzer Acker sein. Weitere Fruchtgemüse wie Auberginen, Gemüsepaprika, Melonen, Zucchini, Kürbisse, Exotisches wie Kiwano und natürlich Tomaten sowie Blumen, Stauden und Kräuter, kurzum die ganze gärtnerische Palette, kamen hinzu. Dem Anbau folgte der Gaumentest. Meine Vorlieben für vegetarisches Kochen und Fotografieren passten gut zur neuen gärtnerischen Vielfalt.

Erste Kontakte zu Gleichgesinnten wurden geknüpft, Sorten vermehrt und ausgetauscht. Im Jahr 2005 war es dann soweit. Der folgenreiche Kontakt mit Dreschflegel kam mehr oder weniger durch einen Zufall zustande. Schon 2006 konnte ich erste Saatgutportionen im Versand anbieten. Der Grundstein für eine sinnvolle, selbständige und befriedigende Arbeit war gelegt. Meine bisherigen Tätigkeiten in Gemüsebau und Kräuterhandel konnte ich zugunsten der Saatguterzeugung nach und nach aufgeben.

Mittlerweile bearbeite ich 2 Äcker, von denen einer bewässerbar ist und somit auch die Möglichkeit besteht, ein kleines Foliengewächshaus zu bewirtschaften. Eine große Hilfe ist die Unterstützung durch die Gärtnerei in Emmendingen, in der ich vor über 30 Jahren eine Lehre zum Gemüsegärtner machte und in die ich 2001 zur Umstellung zum Bioanbau zurückgekehrt bin. Dort kann ich einerseits die vorhandene Infrastruktur nutzen und meine Jungpflanzenanzucht bewerkstelligen sowie andererseits eine Vielfalt an samenfesten Gemüsejungpflanzen für Hobbygärtner und Direktvermarkter bereit stellen.

Bewirtschaftet werden die Felder nach organisch-biologischen Richtlinien und Vorstellungen. Es findet eine geringe maschinelle Bearbeitung statt - mit Maschinen und Schleppern, die meistens älter sind als ich. Gedüngt wird nur noch mit eigenem Kompost und gezielter Gründüngung. Von der Aussaat an ist alles fast ausschließlich Handarbeit, bei der mich ein Mitarbeiter und meine Familie tatkräftig unterstützen.

Mittlerweile sind es 300 verschiedene Sorten, die in meinem Betrieb angebaut werden. In erster Linie ist es unser warmes Klima, das die Auswahl der Arten und Sorten für die Vermehrung am stärksten beeinflusst. So zählen Paprika, Melonen, Auberginen und verschiedene exotisch anmutende Pflanzen zu meinen Lieblingsobjekten. Neben der Saatgutproduktion achten wir auf eine weitreichende Selbstversorgung mit eigenem Gemüse, Kräutern und Blumen. Nach wie vor bin ich auf Entdeckungen aus und suche vor allem im südlichen Europa nach neuen Sorten und Arten, um sie unter unseren Bedingungen zu testen und -falls nötig- durch Auslese anzupassen.

Es wird mir weiterhin ein Anliegen sein, dass Vielfalt und guter Geschmack in möglichst vielen Gärten und Kochtöpfen landet.